Mia Bailey

Kunst, Kreativität und Kurse in Karlsruhe-Weststadt

Warum ich artbrains gegründet habe

Kreativität – unsere Fähigkeit zu erfinden – hat die Menschheit dahin gebracht, wo wir heute stehen, im Guten wie im Schlechten. Kultur gibt es, seit es Menschen gibt. Und doch sind die Künste zu einem Zuschauersport geworden: Wir schauen Filme, gehen in Galerien, Konzerte, Museen, ins Theater. Die wenigsten aber schreiben selbst, erzählen Geschichten, zeichnen, singen, tanzen, experimentieren, erfinden – weil sie glauben, nicht „gut genug“ zu sein.

Das finde ich tragisch. Der Druck, perfekt sein zu müssen, und der Vergleich mit Profis halten die meisten Menschen davon ab, ihre Kreativität zu nutzen und weiterzuentwickeln – eben jene Kreativität, die bei Kindern noch so offensichtlich ist.

Kreativität ist ein Muskel: Er verkümmert, wenn man ihn nicht benutzt – lässt sich aber auch wieder aufbauen. In jedem Alter, egal wann du es zuletzt benutzt hast.

Genau dafür ist artbrains da: ein Ort, an dem du ausprobieren darfst, ohne dass etwas dabei rauskommen muss. Kein Vorwissen nötig, nichts, was du teilen musst, kleine Gruppen, viel Raum zum Scheitern. Zwanzig Jahre eigener Praxis und Lehre – verpackt in ein paar Stunden mit Stift und Papier, statt in einem Uni-Seminar.

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Mia Bailey vor ihrer Pinnwand mit artbrains-Materialien

Der lange Weg zu artbrains: von der Kunstakademie Karlsruhe zum Iowa Writers‘ Workshop

Ich bin in Bangkok geboren und in Thailand, Australien, Kanada, Frankreich und Japan aufgewachsen – mit einem australischen und einem deutschen Pass im Gepäck. Zuhause, Land, Schule, Freunde, Familie, sogar die Sprache: Nichts davon war konstant. Was blieb, war meine Fantasie – ein Ort, den ich immer bei mir trug und zu dem ich jederzeit zurückkehren konnte.

Zwischen verschiedenen Kulturen aufzuwachsen, hat mich früh die Grenzen von Wahrnehmung und Sprache spüren lassen – wie sehr das, was wir sehen, von Kultur, Geschichte und Benennung geformt wird. Diese Fragen beschäftigen mich in meiner kreativen Arbeit bis heute: Was können wir wirklich von der Realität wissen? Wie viel von dem, was wir wahrnehmen, erschaffen wir selbst? Wenn schon unsere Wahrnehmung ein Stück weit Erfindung ist, dann ist Kreativität kein seltenes Talent, sondern etwas, das wir die ganze Zeit tun – bewusst oder nicht.

Diese Fragen haben mich nach London geführt, für einen BA an die SOAS – die führende Institution für die Erforschung Asiens, Afrikas und des Nahen Ostens; an die Kunstakademie Karlsruhe (sechs Jahre, zuletzt als Meisterschülerin bei Silvia Bächli), und als Stipendiatin an den renommierten Iowa Writers‘ Workshop, wo ich einen MFA in Fiction gemacht habe.

Was daraus wurde: Ausstellungen, Stipendien und Lehre

Seit über fünfzehn Jahren arbeite ich als bildende Künstlerin und Autorin – mit Video, Fotografie, Text, Textilien, Künstlerbüchern und Installationen. Meine Arbeiten waren in Museen und Kunsträumen von Basel bis Abu Dhabi zu sehen, von Dresden bis Hobart. Ich durfte in der MacDowell-Künstlerkolonie in den USA arbeiten, ein Stipendium der Cité Internationale des Arts in Paris annehmen und wurde u. a. von der Kunststiftung Baden-Württemberg gefördert. Zuletzt war ich Fellow am Diverse Intelligences Summer Institute in St Andrews, und konnte mich dort mit Neurobiologen und Tierforschern über Kreativität austauschen.

Genauso viel Zeit wie mit der eigenen Arbeit habe ich damit verbracht, mit anderen Kreativen über ihre Prozesse zu sprechen: als Dozentin für kreatives Schreiben an der University of Iowa und beim Berlin Writers‘ Workshop, im Austausch mit unzähligen Künstlerinnen, Musikerinnen, Filmemacherinnen, Autorinnen. Am Ende hadern fast alle Menschen – ob Profis oder Anfängerinnen – mit ihrer Kreativität auf eine Handvoll ganz ähnlicher Arten. Die gute Nachricht: Das lässt sich lernen, sich selbst dabei nicht mehr im Weg zu stehen.

Wenn du magst, probieren wir’s einfach mal aus. Zu den Kursen →

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